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Mit Meehan ans Meer ran

Der Tag nach dem Tag eine Woche nach der Rückreise

Meine Reise ist jetzt eine Weile her (je nach Metrik 7 bis 8 Tage) und es muss für diese Blogreihe noch ein Abschluss geschrieben werden. Ich hätte das am liebsten nach der Reise gemacht, aber die Reise war echt furchtbar. Ich war erkältet (wie sich später herausstellen sollte eine eitrige Mandelentzündung) und die Reise ging insgesamt fast 30 Stunden.

Ibu und Bapak bringen mich zum Flughafen, Lily ist krank und bleibt daheim (ich schreibe zwar im Präsens, aber die behandelten Ereignisse liegen eine Woche in der Vergangenheit). Wir sind zu früh - aber bei dem Verkehr in Jakarta ist mir eine Verfrühung definitiv lieber als das Gegenteil zu riskieren.

An den Rest der Reise erinnere ich mich mit den verschwommenen Erinnerungen, die für solche Zeit- und schlaflosen Tage üblich sind (normalerweise kommt das nur bei LAN-Parties vor). In Abu Dhabi kaufe ich Paracetamol nach - ich habe zwar Ibuprofen, aber ich traue mich nicht, es einzunehmen, da ich nicht weiß, ob ich an Dengue Fieber erkrankt bin, bei welchem der schwere Verlauf, bei dem man aus allen Körperöffnungen blutet, durch Ibuprofen begünstigt wird (ok das reicht jetzt an Nebensätzen).

Ich habe 4 Stunden, und kurz nach der Einnahme von Paracetamol geht es mir besser - ich mache mich auf die Suche nach Essen, und lande schließlich bei einem Falafelstand. “Where are you from?”
“Uhhh Germany”
“Ahh wie schön! Wie gehts? Wo geht es hin?”
An diesem Augenblick bin ich sehr verwirrt und fühle mich halb in einem Traum - der Falafelmann hat mich gerade auf Deutsch angesprochen. Ich gehe einfach mit der Traumlogik weiter und antworte.
“Gut, danke. Ich fliege zurück nach Deutschland, ich komme aus Indonesien.”
“Ahh dari Indonesia!! Apa kabar? Terima kasih, sama sama!!”
Ich lächele und akzeptiere, dass ich entweder gerade Träume, oder der Falafelmann einfach jede Sprache kann. Neben den ganzen linguistischen Erfahrungen vergesse ich komplett, wie klein die Portion ist, die ich gerade für 30 Dirham gekauft habe.

Den zweiten Flug verbringe ich hauptsächlich in unruhigem Schlaf. Die Ankunft in Frankfurt ist perfekt mit 4 anderen Fliegern koordiniert, sodass mehrere 100 Leute durch das Nadelöhr müssen, das die 10 Grenzbeamten, die dort maximal arbeiten können, sind. Ich stehe zum Glück relativ weit vorne und komme auch durch die automatisierte Grenzkontrolle - aber allein um dorthin zu kommen, stand ich auch in einer Schlange mit all den nicht-EUlern, die durch die deutlich längere Schlange müssen, weil Fraport. Durch die Kontrolle hindurch erwartet mich die nächste Überraschung. Ich komme ans Gepäckband, das Band ist voll mit Koffern, die nicht abgeholt werden. Die Besitzer stehen alle noch in der langen Schlange. Alle paar Minuten nimmt jemand einen Koffer vom Band und ein neuer kommt aus dieser komischen Kofferausgabe, die die Koffer aufs Band wirft. Nach etwa einer halben Stunde sind genug Koffer durchgelaufen, dass ich meinen nehmen kann. Ich schaue kurz in die DB App und fühle mich wieder in Deutschland angenommen - alle Züge haben Verspätung. Ich eile zum Bahnhof und steige in irgendeinen Zug - mein Ziel ist erst mal Mannheim; alle südlichen Züge fahren dort hin. Bla bla mehr Züge irgendwann gegen 12 bin ich daheim und falle erst mal ins Bett. Ich bin zu diesem Zeitpunkt 30 Stunden unterwegs gewesen und immer noch erkältet.

Und damit endet meine Reise.

Was danach geschieht (das ist jetzt so der Epilog):

Die Reise war absolut cool. Ich habe sehr sehr viele Erfahrungen gemacht; ich war ja in den letzten 20 Jahren nicht wirklich außerhalb von westlichen Ländern, und das war jetzt ziemlich viel Input. Ich war auf jeden Fall ordentlich überwältigt und bin sehr froh über Ibu, Bapak, und natürlich Lily, die immer für mich da waren und so viele coole Sachen mit mir gemacht haben.
Würde ich Indonesien als Urlaubsziel weiterempfehlen? Ja.
Würde ich wieder hin? Auch Ja.
Aber nächstes mal vielleicht mit ein paar weniger Erkältungen, und ein bisschen mehr ans Meer ran.