<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" ><generator uri="https://jekyllrb.com/" version="4.3.3">Jekyll</generator><link href="https://oragothen.github.io//meerhan/feed.xml" rel="self" type="application/atom+xml" /><link href="https://oragothen.github.io//meerhan/" rel="alternate" type="text/html" /><updated>2026-02-04T13:34:59+00:00</updated><id>https://oragothen.github.io//meerhan/feed.xml</id><title type="html">Mit Meehan ans Meer ran</title><subtitle>Der einzig wahre Blog über Fische, Freunde, Meer und die weite Welt</subtitle><entry><title type="html">Der Tag nach dem Tag eine Woche nach der Rückreise</title><link href="https://oragothen.github.io//meerhan/2024/03/23/postreise.html" rel="alternate" type="text/html" title="Der Tag nach dem Tag eine Woche nach der Rückreise" /><published>2024-03-23T22:00:00+00:00</published><updated>2024-03-23T22:00:00+00:00</updated><id>https://oragothen.github.io//meerhan/2024/03/23/postreise</id><content type="html" xml:base="https://oragothen.github.io//meerhan/2024/03/23/postreise.html"><![CDATA[<p>Meine Reise ist jetzt eine Weile her (je nach Metrik 7 bis 8 Tage) und es muss für diese Blogreihe noch ein Abschluss geschrieben werden. 
Ich hätte das am liebsten nach der Reise gemacht, aber die Reise war echt furchtbar. Ich war erkältet (wie sich später herausstellen sollte eine eitrige Mandelentzündung) und die Reise ging insgesamt fast 30 Stunden.</p>

<p>Ibu und Bapak bringen mich zum Flughafen, Lily ist krank und bleibt daheim (ich schreibe zwar im Präsens, aber die behandelten Ereignisse liegen eine Woche in der Vergangenheit).
Wir sind zu früh - aber bei dem Verkehr in Jakarta ist mir eine Verfrühung definitiv lieber als das Gegenteil zu riskieren.</p>

<p>An den Rest der Reise erinnere ich mich mit den verschwommenen Erinnerungen, die für solche Zeit- und schlaflosen Tage üblich sind (normalerweise kommt das nur bei LAN-Parties vor).
In Abu Dhabi kaufe ich Paracetamol nach - ich habe zwar Ibuprofen, aber ich traue mich nicht, es einzunehmen, da ich nicht weiß, ob ich an Dengue Fieber erkrankt bin, bei welchem der schwere Verlauf, bei dem man aus allen Körperöffnungen blutet, durch Ibuprofen begünstigt wird (ok das reicht jetzt an Nebensätzen).</p>

<p>Ich habe 4 Stunden, und kurz nach der Einnahme von Paracetamol geht es mir besser - ich mache mich auf die Suche nach Essen, und lande schließlich bei einem Falafelstand. 
“Where are you from?” <br />
“Uhhh Germany” <br />
“Ahh wie schön! Wie gehts? Wo geht es hin?” <br />
An diesem Augenblick bin ich sehr verwirrt und fühle mich halb in einem Traum - der Falafelmann hat mich gerade auf Deutsch angesprochen. Ich gehe einfach mit der Traumlogik weiter und antworte.  <br />
“Gut, danke. Ich fliege zurück nach Deutschland, ich komme aus Indonesien.”  <br />
“Ahh dari Indonesia!! Apa kabar? Terima kasih, sama sama!!” <br />
Ich lächele und akzeptiere, dass ich entweder gerade Träume, oder der Falafelmann einfach jede Sprache kann.
Neben den ganzen linguistischen Erfahrungen vergesse ich komplett, wie klein die Portion ist, die ich gerade für 30 Dirham gekauft habe.</p>

<p>Den zweiten Flug verbringe ich hauptsächlich in unruhigem Schlaf. 
Die Ankunft in Frankfurt ist perfekt mit 4 anderen Fliegern koordiniert, sodass mehrere 100 Leute durch das Nadelöhr müssen, das die 10 Grenzbeamten, die dort maximal arbeiten können, sind. Ich stehe zum Glück relativ weit vorne und komme auch durch die automatisierte Grenzkontrolle - aber allein um dorthin zu kommen, stand ich auch in einer Schlange mit all den nicht-EUlern, die durch die deutlich längere Schlange müssen, weil Fraport. 
Durch die Kontrolle hindurch erwartet mich die nächste Überraschung. Ich komme ans Gepäckband, das Band ist voll mit Koffern, die nicht abgeholt werden. Die Besitzer stehen alle noch in der langen Schlange. Alle paar Minuten nimmt jemand einen Koffer vom Band und ein neuer kommt aus dieser komischen Kofferausgabe, die die Koffer aufs Band wirft. 
Nach etwa einer halben Stunde sind genug Koffer durchgelaufen, dass ich meinen nehmen kann. Ich schaue kurz in die DB App und fühle mich wieder in Deutschland angenommen - alle Züge haben Verspätung. 
Ich eile zum Bahnhof und steige in irgendeinen Zug - mein Ziel ist erst mal Mannheim; alle südlichen Züge fahren dort hin. 
Bla bla mehr Züge irgendwann gegen 12 bin ich daheim und falle erst mal ins Bett. Ich bin zu diesem Zeitpunkt 30 Stunden unterwegs gewesen und immer noch erkältet.</p>

<p>Und damit endet meine Reise.</p>

<p>Was danach geschieht (das ist jetzt so der Epilog):</p>
<ul>
  <li>Ich gehe zum Arzt, bekomme Antibiotika, und werde bis Freitag krank geschrieben</li>
  <li>Das wars hauptsächlich, viel außer Erholung habe ich nicht gemacht</li>
</ul>

<p>Die Reise war absolut cool. Ich habe sehr sehr viele Erfahrungen gemacht; ich war ja in den letzten 20 Jahren nicht wirklich außerhalb von westlichen Ländern, und das war jetzt ziemlich viel Input. 
Ich war auf jeden Fall ordentlich überwältigt und bin sehr froh über Ibu, Bapak, und natürlich Lily, die immer für mich da waren und so viele coole Sachen mit mir gemacht haben. <br />
Würde ich Indonesien als Urlaubsziel weiterempfehlen? Ja.  <br />
Würde ich wieder hin? Auch Ja. <br />
Aber nächstes mal vielleicht mit ein paar weniger Erkältungen, und ein bisschen mehr ans Meer ran.</p>]]></content><author><name></name></author><summary type="html"><![CDATA[Meine Reise ist jetzt eine Weile her (je nach Metrik 7 bis 8 Tage) und es muss für diese Blogreihe noch ein Abschluss geschrieben werden. Ich hätte das am liebsten nach der Reise gemacht, aber die Reise war echt furchtbar. Ich war erkältet (wie sich später herausstellen sollte eine eitrige Mandelentzündung) und die Reise ging insgesamt fast 30 Stunden.]]></summary></entry><entry><title type="html">Der Tag vor der Reise</title><link href="https://oragothen.github.io//meerhan/2024/03/14/tag12.html" rel="alternate" type="text/html" title="Der Tag vor der Reise" /><published>2024-03-14T14:30:00+00:00</published><updated>2024-03-14T14:30:00+00:00</updated><id>https://oragothen.github.io//meerhan/2024/03/14/tag12</id><content type="html" xml:base="https://oragothen.github.io//meerhan/2024/03/14/tag12.html"><![CDATA[<p>Ich habe noch ein oder zwei Dinge über die ich reden möchte, aber ich bin wieder ein wenig erkältet und mein Kopf ist müde.</p>

<p>Heute ist aber auch nichts spannendes passiert.</p>]]></content><author><name></name></author><summary type="html"><![CDATA[Ich habe noch ein oder zwei Dinge über die ich reden möchte, aber ich bin wieder ein wenig erkältet und mein Kopf ist müde.]]></summary></entry><entry><title type="html">Noch eine Filler-Folge</title><link href="https://oragothen.github.io//meerhan/2024/03/12/tag11.html" rel="alternate" type="text/html" title="Noch eine Filler-Folge" /><published>2024-03-12T13:30:00+00:00</published><updated>2024-03-12T13:30:00+00:00</updated><id>https://oragothen.github.io//meerhan/2024/03/12/tag11</id><content type="html" xml:base="https://oragothen.github.io//meerhan/2024/03/12/tag11.html"><![CDATA[<p>Heute ist, wie angekündigt, nicht so viel passiert. Heute früh waren wir in einem Cafe (wir mussten eine Weile suchen, wegen Ramadan haben tagsüber nicht so viele Geschäfte offen). Ich habe einen ziemlich leckeren Javanesischen Kaffee getrunken (ja, so richtig mit V60 zubereitet) - dafür, dass Indonesien ein Land ist, in dem Kaffee angepflanzt wird, habe ich bisher erstaunlich wenig Specialty Kaffee hier getrunken.
Heute Abend waren wir dann bei Freunden zum Abendessen eingeladen.</p>

<p>Deshalb nutze ich die Gelegenheit und erzähle von ein paar indonesischen Dingen, die in den letzten Posts keinen Platz gefunden haben, aber irgendwie trotzdem zu Indonesien gehören. Meine Anwälte weisen mich darauf hin, dass ich explizit erwähnen soll, dass ich von meinem Verleger keine finanzielle Gegenleistung für längere Texte erhalte und er ein toller Mensch ist.</p>

<p>Als Erstes möchte ich über das Konzept des “Warung” reden. Warung bedeutet einfach nur “Laden” bzw “Stand”, und ist eine von den Sachen, die ich hier wohl am häufigsten gesehen habe. Die gesamte Straße, fast überall, ist gesäumt von Warungs (man achte auf den deutschen Plural, der darauf hinweist, dass ich Warung als eigenes Konzept akzeptiere).
Was verkaufen Warungs? Alles. Jeder kann einen Warung eröffnen; das einzige, was man braucht, ist ein kleiner Tisch, ein paar Quadratmeter, wo man den Tisch aufbauen kann, und ein Produkt, und insbesondere keine Gaststättenerlaubnis, <a href="https://www.heidelberg24.de/heidelberg/drohung-abriss-food-truck-sparerips-hakims-imbiss-steakhaus-rohrbach-zwangsgeld-stadt-rueckbau-92515208.html">Baugenehmigung</a>, oder ähnliches. 
Ich habe Warungs gesehen, die Bananen, Obst, Gemüse verkaufen, frisches Essen, gekochtes Essen. Eistee, Kaffee, andere Getränke. Durians und nichts anderes. Bubur, gebratener Reis, Grillhähnchen. Stoff, Kleidung, Schuhe. Motorradhelme. Motorradreparaturen. 
Wenn es etwas gibt, das Leute kaufen wollen, gibt es vermutlich einen Warung, der es verkauft, vermutlich in der nächsten Seitenstraße. 
Weil heute kaum was passiert ist, habe ich ein paar Fotos von Warungs hinzugefügt.</p>

<p>Der nächste Punkt, über den ich reden möchte, ist Plastik. Die Umweltschutzbewegung ist hier noch nicht so ganz angekommen. Plastik, insbesondere zur Verpackung, ist ein Konsumgut. Wenn man irgendwo etwas kauft, bekommt man meist ohne zu fragen eine Plastiktüte (Anmerkung der Lily: in Jakarta und in größeren Kaufhäusern sind die Tüten nicht automatisch dabei und kosten extra), man kann Wasser in Joghurtbecher-ähnlichen Verpackungen kaufen, es gibt nicht diese coolen Papierstrohhalme, die nach 2 Sekunden einweichen und unbrauchbar werden, sondern funktionsfähige aus Plastik - natürlich einzeln verpackt. 
Das ist natürlich bei Betrachtung der demographischen Situation hier auch verständlich - wenige Dinge sind so billig in der Herstellung, wie Einwegplastik. 
Was aber viel schlimmer ist, ist der Umgang mit dem Müll. In der Stadt, am Strand, im Wald - überall sieht man Müllhaufen liegen. 
Und das bei einer Natur, die so schön ist, wie hier - ich finde das echt schade.</p>]]></content><author><name></name></author><summary type="html"><![CDATA[Heute ist, wie angekündigt, nicht so viel passiert. Heute früh waren wir in einem Cafe (wir mussten eine Weile suchen, wegen Ramadan haben tagsüber nicht so viele Geschäfte offen). Ich habe einen ziemlich leckeren Javanesischen Kaffee getrunken (ja, so richtig mit V60 zubereitet) - dafür, dass Indonesien ein Land ist, in dem Kaffee angepflanzt wird, habe ich bisher erstaunlich wenig Specialty Kaffee hier getrunken. Heute Abend waren wir dann bei Freunden zum Abendessen eingeladen.]]></summary></entry><entry><title type="html">Mangrovenkrokodile</title><link href="https://oragothen.github.io//meerhan/2024/03/12/tag10.html" rel="alternate" type="text/html" title="Mangrovenkrokodile" /><published>2024-03-12T13:05:00+00:00</published><updated>2024-03-12T13:05:00+00:00</updated><id>https://oragothen.github.io//meerhan/2024/03/12/tag10</id><content type="html" xml:base="https://oragothen.github.io//meerhan/2024/03/12/tag10.html"><![CDATA[<p>Der Plan für heute: Mangroven und Krokodile. 
Bapaks Freund Oom Nias, der uns schon nach Nusantara gefahren hat, war heute wieder unser Taxi. Zuerst fahren wir an den Rand der Stadt. Direkt hinter ein paar Häusern geht ein Steg in den Mangrovensumpf. Wir fragen jemanden, ob er uns mit dem Boot heraus fahren kann - aber das geht um diese Uhrzeit nicht, das Wasser steht zu tief. 
Ich bin verwirrt. Ich dachte Mangroven wären einfach so coole Wasserbäume (man merkt wieder, dass ich kein Botaniker bin). Ich informiere mich ein bisschen, und bin erstaunt - das Biotop Mangrovenwald (bzw. Mangrovensumpf, je nachdem wie man es nennen will) ist geprägt durch Ebbe und Flut, und die Verbindung zum Ozean. Alle Flora und Fauna dort ist darauf ausgelegt, mit dem hohen Salzgehalt des Wassers und dem wechselnden Wasserstand klar zu kommen. 
Die Bäume stabilisieren durch ihre besondere Wurzelform den Boden; Schlammspringer (eine Fischspezies) können bei Ebbe auch über Land laufen; Krokodile ernähren sich von unvorsichtigen Touristen (wurde mir zumindest so erzählt); Krabben, Echsen und Nasenaffen gibt es auch, aber idk wie amphib die alle sind. 
Wir laufen ein bisschen am Steg entlang und sehen Krabben, Fische, Fischer, und ein paar kleine Echsen. Das Wasser scheint irgendwohin abzufließen - vermutlich zurück ins Meer.</p>

<p>Wir fahren weiter - es gibt einen weiteren Mangrovenwald (oder vielleicht ist es auch der gleiche, ich bin kein Botaniker), wo das Wasser selbst bei Ebbe hoch genug für eine Bootsfahrt steht. 
Wir mieten ein Boot samt Bootsfahrer (Kapitän?) und fahren los. 
Es fühlt sich sehr wie meine Kanufahrten in Schweden an. Wir sind nah am Wasser, und ich sehe auf beiden Seiten den Wald. Die einzigen Unterschiede sind die brutale Temperatur (die Mittagssonne brutzelt) und dass wir in Schweden nie durch das Jagtgebiet eines Krokodils gefahren sind. 
Wir sehen das Krokodil leider nicht - auch keine Nasenaffen. Dafür einige Fische, ein paar Vogel und natürlich unzählige Bäume.</p>

<p>Am Nachmittag holen wir zumindest einen Teil davon nach - und es sind nicht die Nasenaffen (was schade ist, die sind ziemlich cool).
Wir fahren zu einem Krokodilhof - ähnlich wie besuchbare Bauernhöfe in Deutschland, aber es werden Krokodile angebaut. Weil ich Ausländer bin, kostet der Eintritt mehr Geld. Wir laufen durch den Hof und sehen Krokodile verschiedenen Wachstumsstadien.  Die kleinsten sind vielleicht einen Meter lang, die größten messen mehrere Meter und sind in kleinen künstlichen Sümpfen/Seen untergebracht. 
Es ist schon ein wenig beängstigend, so nah an Krokodile heran zu kommen - und das einzige, was mich von ihnen trennt, ist eine dünne Steinwand und ein bisschen Maschendraht.</p>

<p>Dies wird vermutlich die spannendsten Stationen dieses Urlaubs abschließen - morgen wird wieder entspannter, Donnerstag fliegen wir nach Jakarta zurück, und Freitag ist schon mein Flug nach Deutschland.</p>]]></content><author><name></name></author><summary type="html"><![CDATA[Der Plan für heute: Mangroven und Krokodile. Bapaks Freund Oom Nias, der uns schon nach Nusantara gefahren hat, war heute wieder unser Taxi. Zuerst fahren wir an den Rand der Stadt. Direkt hinter ein paar Häusern geht ein Steg in den Mangrovensumpf. Wir fragen jemanden, ob er uns mit dem Boot heraus fahren kann - aber das geht um diese Uhrzeit nicht, das Wasser steht zu tief. Ich bin verwirrt. Ich dachte Mangroven wären einfach so coole Wasserbäume (man merkt wieder, dass ich kein Botaniker bin). Ich informiere mich ein bisschen, und bin erstaunt - das Biotop Mangrovenwald (bzw. Mangrovensumpf, je nachdem wie man es nennen will) ist geprägt durch Ebbe und Flut, und die Verbindung zum Ozean. Alle Flora und Fauna dort ist darauf ausgelegt, mit dem hohen Salzgehalt des Wassers und dem wechselnden Wasserstand klar zu kommen. Die Bäume stabilisieren durch ihre besondere Wurzelform den Boden; Schlammspringer (eine Fischspezies) können bei Ebbe auch über Land laufen; Krokodile ernähren sich von unvorsichtigen Touristen (wurde mir zumindest so erzählt); Krabben, Echsen und Nasenaffen gibt es auch, aber idk wie amphib die alle sind. Wir laufen ein bisschen am Steg entlang und sehen Krabben, Fische, Fischer, und ein paar kleine Echsen. Das Wasser scheint irgendwohin abzufließen - vermutlich zurück ins Meer.]]></summary></entry><entry><title type="html">Sonnenbär, Regenwald und noch viel Meer</title><link href="https://oragothen.github.io//meerhan/2024/03/11/tag9.html" rel="alternate" type="text/html" title="Sonnenbär, Regenwald und noch viel Meer" /><published>2024-03-11T13:10:00+00:00</published><updated>2024-03-11T13:10:00+00:00</updated><id>https://oragothen.github.io//meerhan/2024/03/11/tag9</id><content type="html" xml:base="https://oragothen.github.io//meerhan/2024/03/11/tag9.html"><![CDATA[<p>Gestern war ein ziemlich anstrengender Tag - darum gibt es heute eine Doppelfolge. 
Ich bin aber zu faul, um alle Bilder zu betiteln; denkt euch einfach selber eine Geschichte dazu aus.</p>

<hr />

<p>Um 9 fährt uns ein Freund von Bapak aus Balikpapan heraus, in den Wald.
Es geht zu einem Sonnenbären-Wildgehege - ironisch, denn es regnet heute. Je weiter wir aus der Stadt herauskommen, desto unzuverlässiger werden die Straßen - am Ende fahren wir Slalom, um Schlaglöchern auszuweichen.
Irgendwann kommen wir am Wildgehege an. Wir haben Pech gehabt - die Bären haben gerade gegessen und machen Verdauungsschlaf. Trotzdem können wir zwei erspähen. Einer von den insgesamt sechs Bären heißt Pedro - ich weiß aber nicht welcher.</p>

<p>Diese Sonnenbären (auf Indonesisch “Honigbären”) sind das Maskottchen von Balikpapan - aber wegen immer weiter schrumpfendem Lebensraum eine gefährdete Art.</p>

<p>Wir fahren weiter. Unser nächstes Ziel: Bukit Bangkirai, ein begehbares Regenwaldschutzgebiet.</p>

<p>Die Straße ist… wyld. Ich dachte, die Straße zu den Bären war schlimm. Hier war ich mir stellenweise nicht mal sicher, dass die Straße überhaupt noch existierte. Wir fahren Schrittgeschwindigkeit - ich fühle mich trotzdem so, als säße ich in einem Ayranbecher, der entsprechend der Verzehranweisung vor dem Öffnen geschüttelt werden muss. Nach einer Weile (Strecke vielleicht 1-2km, in Ayranbechern: 5 Liter) kommen wir an. 
Der Wald ist lebendig. Und laut. Ich dachte nie, dass Wald so laut sein kann. Die Vögel machen Geräusche, die ich so noch nie von Vögeln gehört habe. Insekten machen… idk Insektengeräusche (bzzzzzzzzz). Ein vieldimensionales geschichtetes Konzert, bei dem ich die Hälfte der Instrumente nicht kenne.
Auch die Pflanzen haben viel größere Variation als ich es gewohnt bin. Es gibt runde Blätter, spitze Blätter, Blätter so groß wie ein Kleinkind, Blätter so klein wie ein Großkind, Blätter mit Stacheln, Blätter, die zurückweichen, wenn man sie anfasst (an dieser Stelle merkt man vielleicht, dass ich kein Botaniker bin).
Wir klettern auf eine Aussichtsplattform hoch. Sie ist per Hängebrücken mit anderen Bäumen verbunden - über den meisten anderen Bäumen. Die Aussicht über das Blättermeer ist bezaubernd - der Wald hört gar nicht mehr auf.</p>

<p>Danach geht die Fahrt noch ein wenig weiter (und wenn ich sage ein wenig, meine ich sehr viel).
Wir schauen uns die neue Hauptstadt, Nusantara, an. Das Wort Nusantara kommt aus dem Javanesischen und bedeutet ursprünglich nur “die äußeren Inseln” (gemeint sind alle Inseln, die nicht Java sind). Heutzutage meint man mit dem Begriff meist das indonesische Archipel; zumindest bis jemand die Idee hatte, eine neue Hauptstadt zu bauen und sie genau so zu nennen.</p>

<p>Die Idee dahinter ist, dass Jakarta zwar eine coole Stadt ist, aber vielleicht ein bisschen groß, weil da alles ist - darum soll das politische Zentrum Indonesiens ausgelagert werden. Dafür wird in der Nähe von Balikpapan eine komplett neue Stadt gebaut. Tausende von Bauarbeitern (das sind ungefähr 100 mal so viele, wie es meiner Erfahrung nach in Deutschland gibt) schuften dort jeden Tag, um den straffen Zeitplan einzuhalten. Am 17. August (zum Unabhängigkeitstag) diesen Jahres soll sie eingeweiht werden. 
Dafür sah sie aber noch nicht so sehr ausgebaut aus. Kaum ein einziges fertiges Gebäude stand; überall Haufen an aufgeschütteter Erde, Gestrüpp, und sehr, sehr viele Kräne. Wäre das eine deutsche Baustelle, wäre ich überrascht, wenn dieses Jahrzehnt noch ein einzelnes Gebäude fertig wird, geschweige denn eine ganze Stadt.</p>

<hr />

<p>Heute war die Beach Episode. Da gestern so anstrengend war, machen wir heute nicht so viel. Am Vormittag wird entspannt und ausgeschlafen. Nachmittags geht es an den Strand, ins Meer. Das Wasser ist sehr warm - was mich wirklich nicht überraschen sollte. Wir treiben ein wenig im Meer rum, und bauen dann Sandburgen. Ich fokussiere mich darauf, einen Wasserschutzwall mit Graben für meine Burg zu bauen, Lily baut einen Minimalgraben, fokussiert sich aber hauptsächlich darauf, ihre Burg schön zu machen. 
Sie weist mich freundlich darauf hin, dass ihre Burg schöner ist. Ich entgegne, dass mir die Sicherheit meiner Burg wichtiger ist. 
Lily sagt, dass ihre Burg eine Brücke hat. Ich vertiefe meinen Wasserschutzgraben. 
Eine große Welle kommt und schwemmt die Hälfte von Lilys Burg weg. Mein Wall hält; mein unförmiger Sandbunker überlebt. Ich schichte weiter den Sandwall auf - die Wellen werden nur noch stärker werden. 
Irgendwann gebe ich den Schutz meiner Bevölkerung wie ein bestochener Politiker auf und gehe wieder ins Meer. Die Sonne ist fast untergegangen, aber es ist noch warm. Wir bleiben aber nicht mehr lange - wir sind erschöpft und hungrig.</p>]]></content><author><name></name></author><summary type="html"><![CDATA[Gestern war ein ziemlich anstrengender Tag - darum gibt es heute eine Doppelfolge. Ich bin aber zu faul, um alle Bilder zu betiteln; denkt euch einfach selber eine Geschichte dazu aus.]]></summary></entry><entry><title type="html">Tag 8</title><link href="https://oragothen.github.io//meerhan/2024/03/10/tag8.html" rel="alternate" type="text/html" title="Tag 8" /><published>2024-03-10T13:45:00+00:00</published><updated>2024-03-10T13:45:00+00:00</updated><id>https://oragothen.github.io//meerhan/2024/03/10/tag8</id><content type="html" xml:base="https://oragothen.github.io//meerhan/2024/03/10/tag8.html"><![CDATA[<p>Kein Blog heute ich bin müde.</p>]]></content><author><name></name></author><summary type="html"><![CDATA[Kein Blog heute ich bin müde.]]></summary></entry><entry><title type="html">Tag 7</title><link href="https://oragothen.github.io//meerhan/2024/03/09/tag7.html" rel="alternate" type="text/html" title="Tag 7" /><published>2024-03-09T13:45:00+00:00</published><updated>2024-03-09T13:45:00+00:00</updated><id>https://oragothen.github.io//meerhan/2024/03/09/tag7</id><content type="html" xml:base="https://oragothen.github.io//meerhan/2024/03/09/tag7.html"><![CDATA[<p>Wieder ein sehr entspannter Tag heute. Ich bin mit Lily zum Lapangan Merdeka, dem Unabhängigkeitsfeld, gelaufen. Direkt in der Nähe davon ist auch ein Denkmal an die gefallenen Australier, die Balikpapan 1945 kurz vor Ende des Krieges von der japanischen Besetzung befreit haben. Balikpapan hat große Ölvorkommen und war darum ein strategisch wichtiger Ort; auch heute ist hier Pertamina, die staatliche Ölgesellschaft Indonesiens, der größte Arbeitgeber.
Die Japaner besetzten 1942 Balikpapan; aber nicht bevor die verteidigenden niederländischen Streitkräfte die Raffinerie zerstören konnten. Das führte natürlich dazu, dass insgesamt 78  niederländische Zivilisten und Kriegsgefangene exekutiert wurden. Nach dem Wiederaufbau der Raffinerie wurde Balikpapan eine der größten Ölquellen für die Japaner - zumindest bis die Australier mit 33.000 Soldaten landeten und die zahlenmäßig weit unterlegenen Japaner entschieden besiegte.
Die Einwohner waren darüber nicht unglücklich; viele wurden von den Japanern zu Zwangsarbeit verpflichtet, unter menschenunwürdigen Bedingungen.
Wenig später erlebten die befreienden Mächte eine unangenehme Überraschung: die paar Inselchen nannten sich auf einmal Indonesien und wollten keine Kolonie mehr sein. Die Niederländer konnten sich das natürlich nicht gefallen lassen und führten 4 Jahre lang Krieg, den sie dann irgendwann aufgeben mussten, weil sie keine Lust mehr hatten (und weil die USA drohte, ihnen die finanzielle Unterstützung für den Wiederaufbau zu streichen).</p>

<p>Warum erzähle ich das alles? Weil heute echt wenig passiert ist, und mein Verleger die finanzielle Unterstützung streicht, wenn mein Wordcount zu niedrig ist.</p>

<p>Heute Abend waren wir in der Kirche. Mein Indonesisch reicht in etwa aus, um zu wissen, wann ich Amen sage, und wann nicht.
Die Kirche ist sehr neu (2012 erbaut) und sieht innen hell und offen aus - ein krasser Kontrast zu den meisten deutschen katholischen Kirchen, die ich kenne.</p>

<p>Zu Abend sind wir in einem Fisch-Restaurant. Die Besonderheit: man wählt beim hineinkommen den Fisch aus, den man essen möchte - direkt aus dem Aquarium, oder einen schon Toten aus einer Eiskiste. 
Die Hälfte des Fisches wird gekocht, die Andere gebraten - beide sind lecker.</p>

<p>So, das ist das Ende der Filler-Folge - morgen wird es ein wenig spannender. Ich verrate noch keine Details; mein Reiseziel ist eine ÜBärraschung.</p>]]></content><author><name></name></author><summary type="html"><![CDATA[Wieder ein sehr entspannter Tag heute. Ich bin mit Lily zum Lapangan Merdeka, dem Unabhängigkeitsfeld, gelaufen. Direkt in der Nähe davon ist auch ein Denkmal an die gefallenen Australier, die Balikpapan 1945 kurz vor Ende des Krieges von der japanischen Besetzung befreit haben. Balikpapan hat große Ölvorkommen und war darum ein strategisch wichtiger Ort; auch heute ist hier Pertamina, die staatliche Ölgesellschaft Indonesiens, der größte Arbeitgeber. Die Japaner besetzten 1942 Balikpapan; aber nicht bevor die verteidigenden niederländischen Streitkräfte die Raffinerie zerstören konnten. Das führte natürlich dazu, dass insgesamt 78 niederländische Zivilisten und Kriegsgefangene exekutiert wurden. Nach dem Wiederaufbau der Raffinerie wurde Balikpapan eine der größten Ölquellen für die Japaner - zumindest bis die Australier mit 33.000 Soldaten landeten und die zahlenmäßig weit unterlegenen Japaner entschieden besiegte. Die Einwohner waren darüber nicht unglücklich; viele wurden von den Japanern zu Zwangsarbeit verpflichtet, unter menschenunwürdigen Bedingungen. Wenig später erlebten die befreienden Mächte eine unangenehme Überraschung: die paar Inselchen nannten sich auf einmal Indonesien und wollten keine Kolonie mehr sein. Die Niederländer konnten sich das natürlich nicht gefallen lassen und führten 4 Jahre lang Krieg, den sie dann irgendwann aufgeben mussten, weil sie keine Lust mehr hatten (und weil die USA drohte, ihnen die finanzielle Unterstützung für den Wiederaufbau zu streichen).]]></summary></entry><entry><title type="html">Tag 6</title><link href="https://oragothen.github.io//meerhan/2024/03/08/tag6.html" rel="alternate" type="text/html" title="Tag 6" /><published>2024-03-08T13:30:00+00:00</published><updated>2024-03-08T13:30:00+00:00</updated><id>https://oragothen.github.io//meerhan/2024/03/08/tag6</id><content type="html" xml:base="https://oragothen.github.io//meerhan/2024/03/08/tag6.html"><![CDATA[<p>Die Medikamente wirken, ich fühle mich wieder fit. Ich werde keinen Marathon laufen, aber für einen Ausflug zum Markt reicht es. Wir nehmen einen angkot (angkutan kota (Stadt-Transporter (Bus))) in die Stadt. Solche Kontraktionen sind in Indonesien beliebt: Monas (monumen nasional), makasih (terima kasih, Dankeschön), gabut (gaji buta, auf der Arbeit faulenzen), ruko (rumah toko, ein Haus über einem Laden) sogar der Präsident Joko Widodo wird meistens nur Jokowi genannt.
Es gibt sehr wenige tatsächliche Bushaltestellen. Stattdessen winkt man einfach einen Bus an den Straßenrand, wenn man Bus fahren möchte. Das ist komplett gegensätzlich zu Bussen in Deutschland, die erfahrungsgemäß losfahren, wenn man Richtung Bus rennt und dem Busfahrer winkt. Wenn man aussteigen möchte, sagt man einfach Bescheid und der Busfahrer hält zum Leidwesen des restlichen Straßenverkehrs an.</p>

<p>Nachdem die letzten Tage vor allem die Superkraft von Lilys Vater im Vordergrund stand (er ist mit jedem befreundet), lerne ich auf dem Markt die Superkraft von Lilys Mutter: Gnadenloses Verhandlungsgeschick.</p>

<p>“Was kostet das hier?” <br />
“150” (gemeint ist 150.000) <br />
“75”<br />
“wie wäre es mit 140?”<br />
“80”<br />
“Nein, das ist viel zu billig, 130?”<br />
Ibu starrt einfach nur, fühlt den Stoff, schaut auf die Makel  <br />
Die Verkäuferin fängt an zu schwitzen; Ibu kennt sich mit Stoffen aus, und schaut sehr, sehr kritisch <br />
“Das Muster hier, das ist nicht sauber gewebt… Die Farbe hier, ist schon am verblassen. Wenn du mir keine 90 gibst, gehe ich jetzt”<br />
“120?”<br />
Ibu dreht sich um, zwinkert uns zu, und macht Anstalten zu gehen <br />
“110?”<br />
Ibu dreht sich sofort wieder zurück<br />
“200 für 2 Stück”<br />
Die Verkäuferin nickt; sie sind sich einig</p>

<p>Ein ähnliches Spiel wiederholt sich an jedem Stand, an dem wir anhalten. Manchmal kaufen wir, manchmal nicht.
Wir gehen Mittagessen und anschließend nach Hause.</p>

<p>Heute Nachmittag ruft mich Ibu nach draußen. Es ist Zeit, die Lai-Früchte zu essen (die natürlich draußen gelagert werden, denn die Früchte stinken selbst durch die Schale durch).
Zu meiner großen Überraschung sieht die Frucht innen nicht aus wie Knoblauch.
Das orangene Fruchtfleisch liegt in einzelnen Kammern; wenn man diese sanft auseinander drückt, kommt es zum Vorschein. 
Das Hauptaroma ist ähnlich wie dem von verrottenden Zwiebeln, schmeckt aber gut. Sie ist sehr süß, und eine Vielzahl an anderen Aromen setzt sich auf die Zwiebel obendrauf - Gewürze, ein Hauch von Papaya, matschige Bananen, und mehr als ich beschreiben kann.
Definitiv empfehlenswert, auch wenn mehr als eine halbe Frucht auf einmal für mich glaube ich zu viel wäre.</p>

<p>Abends geht es nochmal in den Mall. Wir gehen vorher Mie Ayam essen, im Lieblingsrestaurant der Djamis.
Ich kaufe mir eine etwas leichtere Hose (Jeans sind hier wirklich nicht optimal), und einen Regenschirm.</p>

<p>Meine Stiche spüre ich kaum mehr; sie sind sehr weiterhin außerordentlich gut sichtbar. Die Moskitos hier sind definitiv <a href="/meerhan/assets/img/Mosco.webp">anders gebaut </a>.</p>]]></content><author><name></name></author><summary type="html"><![CDATA[Die Medikamente wirken, ich fühle mich wieder fit. Ich werde keinen Marathon laufen, aber für einen Ausflug zum Markt reicht es. Wir nehmen einen angkot (angkutan kota (Stadt-Transporter (Bus))) in die Stadt. Solche Kontraktionen sind in Indonesien beliebt: Monas (monumen nasional), makasih (terima kasih, Dankeschön), gabut (gaji buta, auf der Arbeit faulenzen), ruko (rumah toko, ein Haus über einem Laden) sogar der Präsident Joko Widodo wird meistens nur Jokowi genannt. Es gibt sehr wenige tatsächliche Bushaltestellen. Stattdessen winkt man einfach einen Bus an den Straßenrand, wenn man Bus fahren möchte. Das ist komplett gegensätzlich zu Bussen in Deutschland, die erfahrungsgemäß losfahren, wenn man Richtung Bus rennt und dem Busfahrer winkt. Wenn man aussteigen möchte, sagt man einfach Bescheid und der Busfahrer hält zum Leidwesen des restlichen Straßenverkehrs an.]]></summary></entry><entry><title type="html">Tag 5</title><link href="https://oragothen.github.io//meerhan/2024/03/07/tag5.html" rel="alternate" type="text/html" title="Tag 5" /><published>2024-03-07T13:30:00+00:00</published><updated>2024-03-07T13:30:00+00:00</updated><id>https://oragothen.github.io//meerhan/2024/03/07/tag5</id><content type="html" xml:base="https://oragothen.github.io//meerhan/2024/03/07/tag5.html"><![CDATA[<p>Das Titelfoto ist ein bisschen Clickbait.
Ibu hat heute zwei Lai-Früchte (Durio kutejensis) gekauft. Die gehören zum gleichen Genus wie die bekanntere Durian (Durio zibethinus), soll aber weniger der schlechten Aromen haben. Die Früchte sind noch nicht reif, in ein paar Tagen können wir sie essen.</p>

<p>Gestern Abend hatte ich 38.5° Fieber, was sich bis heute morgen durchgezogen hat. Gekoppelt mit der Tatsache, dass ich mich seit Montag nicht gut fühle, sind wir also heute ins Krankenhaus. Ein Freund von Bapak hat uns abgeholt und hin gefahren.</p>

<p>Jetzt weiß ich endlich, wie es sich anfühlt, Privatpatient zu sein. Der Arzt schlägt mehrere Bluttests vor, um herauszufinden ob ich Antibiotika brauche, und ob Dengue-Fieber vorliegt. Alle Tests kommen negativ zurück, meine Blutwerte sind normal - also bekomme ich lediglich Medikamente, um die Symptome zu behandeln; außerdem eine Packung Vitamine. Ich zahle schließlich selbst, da wird alles verschrieben.</p>

<p>Danach der unangenehme Teil - die Bezahlung. Ich bin natürlich reisekrankenversichert, muss aber alle Kosten selbst auslegen.
Als ich die Rechnung sehe, bin ich überrascht. 1,4 Millionen Rupiah. Umgerechnet ungefähr 80 Euro. Davon in etwa 18€ für den Arzt, 50€ für die Bluttests, und der Rest auf Medikamente, Steuern, und das Durchführen des Bluttests (und die Kosten der Spritze) verteilt.</p>

<p>Den Rest des Tages ruhe ich mich aus. Ich schlafe ein bisschen, liege rum und schaue YouTube, und lese Artikel über den <a href="https://www.theverge.com/2024/3/6/24091592/eu-dma-competition-compliance-deadline-big-tech-policy-changes">neuen europäischen DMA</a> und freue mich darüber.</p>

<p>Mittlerweile geht es mir auch wieder besser; ich werde morgen trotzdem weiter ein bisschen chillaxen.</p>]]></content><author><name></name></author><summary type="html"><![CDATA[Das Titelfoto ist ein bisschen Clickbait. Ibu hat heute zwei Lai-Früchte (Durio kutejensis) gekauft. Die gehören zum gleichen Genus wie die bekanntere Durian (Durio zibethinus), soll aber weniger der schlechten Aromen haben. Die Früchte sind noch nicht reif, in ein paar Tagen können wir sie essen.]]></summary></entry><entry><title type="html">Mit Meehan ans Meer ran</title><link href="https://oragothen.github.io//meerhan/2024/03/06/tag4.html" rel="alternate" type="text/html" title="Mit Meehan ans Meer ran" /><published>2024-03-06T13:30:00+00:00</published><updated>2024-03-06T13:30:00+00:00</updated><id>https://oragothen.github.io//meerhan/2024/03/06/tag4</id><content type="html" xml:base="https://oragothen.github.io//meerhan/2024/03/06/tag4.html"><![CDATA[<p>Heute ist der große Tag. Die Titelmusik spielt, der Protagonist erscheint im Sonnenlicht: 
Meehan kommt ans Meer ran.</p>

<p>Lily geht es viel besser. Sie hat einen Cocktail an fiebersenkenden Mitteln und Kortison bekommen, und ist wieder munter; sie schont sich aber noch und ist heute morgen daheim geblieben.</p>

<p>Da bin ich mit Bapak (Bapak bedeutet sowohl “Papa”, wird aber auch als Anrede so ähnlich wie “Mister” verwendet - sowohl ich als auch Lily nennen ihren Vater so) ein wenig durch die Stadt gelaufen und habe mir Balikpapan angeschaut. Bapak zeigte mir Lilys alte Schule, und fragte mich, ob ich einen Blick hineinwerfen möchte. Bevor ich sagen konnte “Wäre das nicht irgendwie komisch?” winkte uns ein Mann, der am Tor lehnte, herein - ein Freund von Bapak, wie sich später herausstellt.</p>

<p>Die Aufmerksamkeit, die ich dort von den Kindern bekomme, übersteigt diejenige, die Mosquitos mir widmen (Ich habe heute nachgezählt: mittlerweile habe ich knapp 50 Stiche). Nach längerem Angestarre und Gekichere kommt eine kleine Gruppe an Mädchen und fragt mich in tadellosem Englisch “Mister, do you speak English?” 
“How old are you?” 
“Where are you from?”
Als ich auf die letzte Frage “Jerman” antworte, kommt kurze Zeit später ein kleiner Junge, zeigt mir die Flagge des deutschen Kaiserreiches, und sagt entschieden “Jerman!”. Ich nicke einfach.
“Are you a gamer?”
“Do you know Roblox?”
Die Fragewut der Kinder nimmt eher zu als ab, insbesondere nachdem sie merken, dass ich nicht beiße und eigentlich ganz normal bin (obwohl ich nur “sedikit” Indonesisch spreche). Eine Lehrerin kommt vorbei und macht ein Selfie mit mir. Ein paar Kinder wollen auch aufs Foto; sie dürfen auf ein Foto mit drauf, werden aber für das nächste Foto aus dem Bild raus gescheucht. Die Rektorin (soweit ich weiß auch mit Bapak befreunded) kommt vorbei und unterhält sich mit Bapak, während sie uns über das restliche Schulgelände führt.</p>

<p>Die Schule sieht aus wie eine <a href="/meerhan/assets/img/school.webp">Schule</a>, wenn auch ähnlich heruntergekommen wie viele Gebäude hier. Putz bröckelt, manche Wände zeigen Risse. Bei Schönheitsmakeln ist man hier sehr pragmatisch. Wenn die Funktion nicht eingeschränkt ist, steckt man seine Arbeit und sein Geld lieber in andere Sachen; denn zu viel Geld haben hier wenige. Manche Dinge sind dementsprechend (von einer europäischen Perspektive aus) unglaublich billig - als größtes Beispiel kann hier Essen genannt werden.
Andere Dinge, die entweder höhere Materialkosten haben (wie z.B. Schuhe) oder importiert werden (z.B. bestimmte Kosmetika) kosten deutlich mehr, manchmal so viel wie in Deutschland (ich habe vor ein paar Tagen eine Hautcreme der Marke “Bodyshop” gesehen, zu einem Preis von 500.000 IDR (etwa 30€)) - und sind damit außer Reichweite für viele Menschen hier.
Der Mindestlohn hängt von der Region ab; er bewegt sich aber in der Region von 3 Millionen IDR pro Monat, was in etwa so viel ist, wie man in einer Ausbildung als Schneider in einem kleinen Dorf in Rheinland-Pfalz bekommt.
Man stelle sich die oben erwähnte Hautcreme auf den deutschen Mindestlohn von etwa 1500€ hochgerechnet vor - etwa 250€ für eine Dose.
Selbstständiges wie der Bubur-Ayam-Mopedist haben natürlich keine Garantie auf diesen Mindestlohn; manche Leute werden also noch weniger verdienen.
Wenigstens haben alle Kinder die Möglichkeit zur Schule zu gehen. Seit 1974 besteht in Indonesien die Schulpflicht; staatliche Schulen sind außerdem komplett kostenlos.</p>

<p>Nach dem Besuch der Grundschule geht es weiter zu Lilys altem Kindergarten. Eine Dame auf dem Hof grüßt uns; sie ist mit Bapak befreundet. Wir werden eingeladen, uns den Kindergarten anzuschauen, und einen Kaffee zu trinken (Bapak trinkt Tee). Ein kleines Mädchen erzählt mir von ihrer Familie, welche sie sehr liebt, und ihren zwei Hunden; einer der Hunde ist groß und immer wütend, der andere ist klein und stinkt, und der Kleine weckt sie immer, was sie nicht mag, weil er stinkt.
Ihr Englisch ist nicht viel schlechter, als ich es von einer Muttersprachlerin erwarten würde; auf manche Aspekte der Bildung wird hier ein sehr hoher Stellenwert gelegt.
Der Kindergarten hat außerdem einen Computerraum - ich erinnere mich an meinen allerersten EDV-Unterricht in der sechsten Klasse.</p>

<p>Man hört, wie die Titelmusik (die Musiker sind alle Freunde von Bapak) lauter wird, als wir uns dem Meer nähern; der Antagonist (nicht mit Bapak befreundet) ruft “Nani???” und zerfällt zu Staub, als ich sage <a href="https://c.tenor.com/7UarUv_Z1QYAAAAC/tenor.gif">“Mit Meehan ans Meer ran”</a>.</p>

<p>Der Strand ist warm. So richtig warm. Wir schauen ein bisschen aufs Meer raus und gehen dann wieder, weil es so warm ist. Ein paar Meter weiter ist eine kleine Ansammlung von Kiosks (davon gibt es hier sehr viele). Wir trinken jeder eine Kokosnuss und gehen weiter. Eine Aussichtsplattform übers Meer, ein kleiner Park mit einem Monument, die indonesische Zentralbank, und sehr viele Militärgebäude.</p>

<p>Nach dem Mittagsschlaf gehen Lily und ich ein wenig durch die Stadt und schauen uns die Kirche an. Ich bemerke, dass mein Arm unangenehm rot ist, trotz LSF 30 Sonnencreme. Wir kaufen LSF 50 Sonnencreme (für 120.000 IDR = 6 Kokosnüsse; ziemlich teuer, weil kein Indonesier LSF 50 Sonnencreme braucht) und einen Klebestift für Lilys Reisetagebuch.</p>]]></content><author><name></name></author><summary type="html"><![CDATA[Heute ist der große Tag. Die Titelmusik spielt, der Protagonist erscheint im Sonnenlicht: Meehan kommt ans Meer ran.]]></summary></entry></feed>