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Mit Meehan ans Meer ran

Mangrovenkrokodile

Der Plan für heute: Mangroven und Krokodile. Bapaks Freund Oom Nias, der uns schon nach Nusantara gefahren hat, war heute wieder unser Taxi. Zuerst fahren wir an den Rand der Stadt. Direkt hinter ein paar Häusern geht ein Steg in den Mangrovensumpf. Wir fragen jemanden, ob er uns mit dem Boot heraus fahren kann - aber das geht um diese Uhrzeit nicht, das Wasser steht zu tief. Ich bin verwirrt. Ich dachte Mangroven wären einfach so coole Wasserbäume (man merkt wieder, dass ich kein Botaniker bin). Ich informiere mich ein bisschen, und bin erstaunt - das Biotop Mangrovenwald (bzw. Mangrovensumpf, je nachdem wie man es nennen will) ist geprägt durch Ebbe und Flut, und die Verbindung zum Ozean. Alle Flora und Fauna dort ist darauf ausgelegt, mit dem hohen Salzgehalt des Wassers und dem wechselnden Wasserstand klar zu kommen. Die Bäume stabilisieren durch ihre besondere Wurzelform den Boden; Schlammspringer (eine Fischspezies) können bei Ebbe auch über Land laufen; Krokodile ernähren sich von unvorsichtigen Touristen (wurde mir zumindest so erzählt); Krabben, Echsen und Nasenaffen gibt es auch, aber idk wie amphib die alle sind. Wir laufen ein bisschen am Steg entlang und sehen Krabben, Fische, Fischer, und ein paar kleine Echsen. Das Wasser scheint irgendwohin abzufließen - vermutlich zurück ins Meer.

Wir fahren weiter - es gibt einen weiteren Mangrovenwald (oder vielleicht ist es auch der gleiche, ich bin kein Botaniker), wo das Wasser selbst bei Ebbe hoch genug für eine Bootsfahrt steht. Wir mieten ein Boot samt Bootsfahrer (Kapitän?) und fahren los. Es fühlt sich sehr wie meine Kanufahrten in Schweden an. Wir sind nah am Wasser, und ich sehe auf beiden Seiten den Wald. Die einzigen Unterschiede sind die brutale Temperatur (die Mittagssonne brutzelt) und dass wir in Schweden nie durch das Jagtgebiet eines Krokodils gefahren sind. Wir sehen das Krokodil leider nicht - auch keine Nasenaffen. Dafür einige Fische, ein paar Vogel und natürlich unzählige Bäume.

Am Nachmittag holen wir zumindest einen Teil davon nach - und es sind nicht die Nasenaffen (was schade ist, die sind ziemlich cool). Wir fahren zu einem Krokodilhof - ähnlich wie besuchbare Bauernhöfe in Deutschland, aber es werden Krokodile angebaut. Weil ich Ausländer bin, kostet der Eintritt mehr Geld. Wir laufen durch den Hof und sehen Krokodile verschiedenen Wachstumsstadien. Die kleinsten sind vielleicht einen Meter lang, die größten messen mehrere Meter und sind in kleinen künstlichen Sümpfen/Seen untergebracht. Es ist schon ein wenig beängstigend, so nah an Krokodile heran zu kommen - und das einzige, was mich von ihnen trennt, ist eine dünne Steinwand und ein bisschen Maschendraht.

Dies wird vermutlich die spannendsten Stationen dieses Urlaubs abschließen - morgen wird wieder entspannter, Donnerstag fliegen wir nach Jakarta zurück, und Freitag ist schon mein Flug nach Deutschland.